|Rezension| The Revenant * Der Rückkehrer ♥ Michael Punke



South Dakota, zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Der Pelztierjäger Hugh Glass wird am Grand River von einem Grizzly angefallen und lebensgefährlich verletzt. Seine beiden Begleiter geben dem Mann keine großen Überlebenschancen. Als sie Indianer in der Nähe ihres Lagers sichten, nehmen sie dem Schwerverwundeten Gewehr, Messer und den Rest seiner Ausrüstung ab und lassen ihn neben einem bereits ausgehobenen Grab zurück. Doch wie durch ein Wunder überlebt Glass – und schwört Rache. Mit einem gebrochenen Bein schleppt er sich durch die endlos weite Prärie auf der Suche nach denen, die ihn so schändlich im Stich gelassen haben.

Ersteimal möchte ich etwas über das Cover dieses Buches sagen; es ist einfach und doch ist es sehr schön. Am unteren Rand ist die winterliche Prärie an den Rocky Mountains zu sehen. Ganz klein erkennt man ein Pferd mit zwei Reitern. Das dunkle Blau lässt es etwas düster und hoffnungslos wirken. Doch die roten Funken am linken Rand bringen in das ganze Bild Farbe und Hoffnung hinein. Man kann diese Funken ein wenig mit Funken voller Hoffnung verbinden. Die Hoffnung aus dem Elend und der Kälte zu entkommen…

Das Buch beginnt mit einem kleinen Prolog. Man erfährt, dass ein Mann schwer verwundet und halb Tod von seinen zwei Begleitern zurückgelassen wird. Sie nehmen ihm alles was er noch besitzt und fliehen.
Erst jetzt beginnt die eigentliche Geschichte von Hugh Glass. Zusammen mit einer großen Gruppe Männern ist Glass auf der Jagd nach Pelzen, womit sie sich ihr Geld verdienen. Auf die Trapper warten dabei viele Gefahren, auf die sie gefasst sein müssen. Von Indianern, wilden Tieren und dem Wetter lassen sie sich nicht unterkriegen und doch haben sie mit teilweißen großen Verlusten zu kämpfen. Auf der Jagd nach Nahrung für sich und seine Kollegen wird Glass von einem Grizzly angegriffen und schwer verletzt. Als der Captain vor der Wahl steht, den schlecht zu transportierenden Glass mitzunehmen und somit einen enormen Zeitverlust in Kauf zu nehmen oder Glass sterbend zurück zulassen, entscheidet er sich dafür, dass zwei Männer bei Glass bleiben, sich um ihn sorgen und ihn anständig Begraben. Doch Glass‘ Wille zu Leben ist stärker und so lassen seine zwei Begleiter ihn zurück. Voller Wut schwört er Rache an diesen Männern und macht sich auf die Reise quer durch die Prärie um sie aufzuspüren.

♥♥♥
 
Am Anfang des Buches ist eine Karte abgebildet, womit sich der Leser über den Streckenverlauf von Glass einen Überblick verschaffen kann. Die Kapitel sind teilweise in großen Zeitabständen geschrieben. Der Autor Michael Punke vermittelt den Lesern in einer ungeheuren Spannung das Leben zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Vielzahl der Gefahren wurden glaubwürdig erzählt und doch ist man geschockt über die Verhältnisse. Als Pelztierjäger hat man es zu dieser Zeit alles andere als leicht gehabt. Die Zeiten waren hart und rau, der Besitz eines Gewehres eine notwendige Verteidigung und man wusste nie wann der Tod einen überraschen konnte. Harte Gegner waren dabei nicht nur wilde Tiere und Indianerstämme die ihr Land verteidigen wollten, sondern auch das Wetter konnte für jeden Mann den Tod bedeuten. Dies alles hat Punke mir mit seinem überwältigenden Schreibstil deutlich gemacht. Das Buch kann mit seiner Spannung punkten und man würde es am liebsten nicht mehr aus der Hand legen. Auch der starke Wille eines einzelnen Mannes, den man sich so vorher nicht vorstellen konnte, wird einem deutlich.
Die Handlungen werden von den einzelnen Charakteren abgerundet. Gefühle und Entscheidungen der  Personen werden nachvollziehbar beschrieben. Einige handeln aus Egoismus und Selbstverwirklichung, andere denken nicht nur an sich und sind für seine Kameraden da. Dass die Geschichte auf wahren Tatsachen aufbaut, kann man sich an einigen Stellen nur schwer vorstellen. Hugh Glass ist ein Überlebenskünstler, er versteht es auch in den schwersten Zeiten richtige Entscheidungen zu treffen. Immer wieder gerät Glass an seine Physischen und Psychischen Grenzen, sei es das teilweiße schreckliche Wetter, Indianer die ihn immer wieder jagen und umbringen wollen, oder der Hunger. Bildlich kann man sich vorstellen, wie es Glass ergangen haben muss und doch kann man sich es nicht wirklich vorstellen. Die anderen Charaktere werden nur grob angeschnitten. Eine wichtige Rolle spielt Fitzgerald, an dem sich Glass rächen will. Er ist mehr als Egoistisch und glaubt Glass als Tod. Als er erfährt dass dieser noch lebt, macht er sich auf die Flucht. Viel bekommt man von diesem Charakter nicht mit, aber man fühlt einen Hass gegen ihn. Gut gefiel mir, dass der Autor am Ende noch auf die Fakten eingeht und angibt, welche der Wahrheit entsprechen und welche er erfunden hat. Auch über die weiteren Schicksale einiger Personen berichtet er. 

Abschließend lässt sich sagen, dass es eine wirklich einprägsame Geschichte ist, die von einem Mann handelt dessen Rache und Wut groß genug ist um allen Widrigkeiten zu trotzen. Das Ende hat mich leider etwas enttäuscht, da es etwas abrupt ist und meiner Meinung nach offen bleibt. Das Buch ist auf höchstem Maße empfehlenswert, da Erzählweiße des Autors und Charaktergestaltung perfekt zusammen harmonieren. Von mir gibt es dafür 5 von 5 Leseeulen. 




Wie hat euch das Buch/Film gefallen?
Hoffe euch hat die Rezension gefallen
Herzlichen Dank geht an den Piperverlag für dieses Rezensionsexemplar


1 Kommentar:

  1. Huhu!

    Ich wusste gar nicht, dass der Film (wieder mal) auf einem Buch basiert ... Als ich beim Sale nach Snowboardbindungen geschaut hab, hab ich das Plakat natürlich einige Male gesehen, aber so sehr interessieren mich solche Geschichten nicht mehr, als dass ich dem Film mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Trotzdem bin ich neugierig, ob Caprio für die Rolle nun endlich den Oscar bekommen wird :).

    Liebe Grüße
    Marie

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