|Rezension| Das Licht der letzten Tage ♥ Emily St. John Mandel







Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist. Ein Wimpernschlag, und sie ging unter. Doch selbst jetzt, während das Licht der letzten Tage langsam schwindet, geben die Überlebenden nicht auf. Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die Welt war. Sie vermissen all das, was einst so wundervoll und selbstverständlich war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll. Auf ihrem Weg werden sie von Hoffnung geleitet – und Zuversicht. Denn selbst das schwächste Licht erhellt die Dunkelheit. Immer.

Erst einmal möchte ich etwas zu dem Cover und der äußerlichen Gestaltung des Buches sagen. Das Cover und der Titel gefallen mir überaus gut. Dass der Titel sogar eine Rolle in der eigentlichen Geschichte hat, macht es noch schöner und passt somit wie die Faust aufs Auge. Die Farben, die auf dem Cover zu sehen sind wurden gut gewählt und mit dem außergewöhnlichen Rot/Rosa/Orange Ton im unteren Drittel verbindet man den Weltuntergang, der die Welt und die darin lebenden Menschen an den Rand ihrer Hoffnungen treibt.

Die Welt gerät völlig außer Fassung, als eine Pandemie, die die Bewohner als Georgische Grippe bezeichnen, rasant ausbricht. Nichts scheint mehr wie zuvor und nur einige wenige überleben das Schreckens-Schicksal. Sie leben zusammen in kleinen Siedlungen und hoffen, dass es einmal wieder so werde wie es einst war. Doch darunter auch gibt es Gruppen die von einem Ort zum nächsten Reisen und eine davon nennt sich „Die Fahrende Symphonie“: Ein Zusammenschluss von Musikern und Schauspielern, die durch Amerika reist und den verbliebenen Menschen Freude bereitet. Unter ihnen ist auch eine junge Dame mit dem Namen Kirsten, die schon als Kind auf der Schauspielbühne zu sehen war. Mit ihren jungen 7 Jahren wurde sie Zeuge, als der berühmte Schauspieler Arthur Leander, direkt am Anfang des Buches, auf der Bühne zusammenbrach und starb. Und obwohl Arthur Leander das Ende der Welt nicht mehr mitbekam, dreht sich doch alles um ihn; um seine Freunde, seine Liebschaften und sein ganzes Leben.

♥♥♥

Der Schreibstil den Mandel gewählt hat ist außergewöhnlich und doch passt er perfekt zur Geschichte. Es wird aus den Jahren nach dem Ausbruch der Grippe erzählt, und doch sehr viel in den Jahren davor. Es wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven und aus der Sicht so vieler Charaktere erzählt, was es besonders spannend macht. Man lernt unterschiedlichste Persönlichkeiten kennen, die sich zum Teil kennen und zum anderen Teil eben nicht. Erst ab der Hälfte wird einem deutlich wie diese alle miteinander verbunden zu sein scheinen. Alles läuft an einem Punkt zusammen und dieser Punkt ist Arthur Leander. Dadurch hat Mandel ihrer Geschichte eine besondere Note verpasst und es war immer interessant herauszufinden wie die Menschen mit Arthur Leander verbunden sind. Die Sprache, in der erzählt wird, hat einen sehr hohen Anspruch und ist durchaus gehoben. Durch die präzise Beschreibung der Umgebung, der Personen und den Menschen kann man sich sehr gut vorstellen, wie es vor und nach dem Ende aussehen muss. Mandel erzählt ihre Geschichte tief Melancholisch und doch so zart schön, dass man für einige kurze Momente vergisst, dass es die Welt eigentlich nicht mehr gibt und die Menschheit in Schutt und Asche lebt. Dies ist alles andere als eine Dystopie wie wir sie kennen. Die Version der Zukunft ist sehr realistisch und erinnert an die Zeit, bevor der Mensch Strom und fließend Wasser entdeckt hat. Das Ende war jedoch sehr abrupt und mir hat noch etwas gefehlt, ich hätte gerne noch erfahren, ob die Hoffnungen der Menschen an eine „neue alte“ Welt erfüllt werden. Dagegen waren einige Stellen sehr ausführlich und fast schon zu ausführlich gestaltet.
Mandel hat es geschafft ihre Charaktere verblüffend echt zu gestalten, mit kleinen Macken und Kanten, die ja so gut wie jeder hat. Man schließt sie direkt ins Herz und fühlt mit ihnen zusammen. Jeder hat eine andere einzigartige und vielschichtige Persönlichkeit, die das Lesen umso spannender macht, denn nicht nur die Geschichte, sondern auch die darin vorkommenden Charaktere machen ein Buch zu etwas großartigem.
Abschließend läasst sich sagen, dass das Buch eine wunderschöne und etwas andere Dystopie ist, als man es gewohnt ist. Und die mit ihrer vielseitigen Ideen wirklich überzeugen kann. Trotzdem kann ich nur 4 von 5 Leseeulen geben, da mir zu Ende etwas gefehlt hat und an einigen Stellen zu viel des Guten war.

Herzlichen Dank geht an den Piperverlag für dieses Rezensionexemplar

Ich hoffe die Rezension hat euch gefallen
 Wie hat euch das Buch gefallen? Wollt ihr es noch lesen? :) ♥


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