|Rezension| Minusgefühle - Mein Leben zwischen Hell und Dunkel ♥ Jana Seelig




Jana Seelig hat im Netz herausgebrüllt, was es heißt, depressiv zu sein, und ist damit zu einer starken Stimme vieler Betroffener geworden. In »Minusgefühle« beschreibt sie ihre Niederlagen, ihre Chancen, ihre Traurigkeit und ihren ständigen Kampf gegen die Krankheit. Sie erzählt, was man fühlt, wenn man nichts fühlt. Davon, wie es ist, wenn man alles Mögliche versucht, um überhaupt etwas fühlen zu können: Alkohol, Sex, Drogen ― der Versuch, so viel es geht zu leben, kostet sie genau so viel Kraft wie die vielen Erklärungen für Nichtbetroffene. Sprachmächtig und kompromisslos schreibt sie über die Depression, die ein Teil ihres Lebens ist ― aber ihr Leben nicht mehr bestimmt.

Das Cover dieses Buches passt hervorragend zu der Geschichte, die sich dahinter verbirgt.  Mit den Farben Orange und Weiß wurde ein schöner Kontrast hergestellt.Die Titelschrift sieht aus, als wurde sie mit einem Stift immer und immer wieder nachgefahren. Das drückt schon etwas die Verzweiflung und vielleicht auch Wut aus, die Jana Seelig während ihren Depressiven Episoden gefühlt haben könnte. Bei dem Gesicht, welches auf der Titelseite zu sehen ist, bin ich mir nicht ganz sicher ob es das von Jana ist oder eines einer unbekannten Person. Ich vermute es ist das von Jana, die Überkritzelung der Augen zeigt, wie Verzweifelt man sich fühlen muss und macht deutlich, dass es alles andere als einfach ist mit einer Depression zu leben.

Durch Zufall habe ich das Buch auf der Verlagsseite von Piper entdeckt und mir war sofort klar, dieses Buch muss ich einfach lesen. Ernste Themen über das wirklich wahre und echte Leben sprechen mich sehr an. Besonders Psychische Erkrankungen, wie die Depression von Jana Seelig, sind Themen mit denen man sich in der heutigen Zeit immer mehr befassen sollte und wovor sich keiner mehr verstecken sollte. 
Das Gesamte Buch ist aus der Sicht von Jana Seelig selbst geschrieben, also eine typische Ich-Erzählperspektive. Das hat mir bei diesem Buch sehr gefallen, obwohl ich eigentlich nicht der Freund der Ich-Perspektive bin. Sie erzählt von Ereignissen in der nahen Gegenwart, zwischendurch kommen Kapitel in welchen sie von ihrer Kindheit erzählt, dass macht das Buch besonders abwechslungsreich und flüssig zu lesen. Jana Seelig spricht davon wie es ihr wirklich ging und umschreibt dies nicht mit schönen Worten oder abgeschwächten Formulierungen. Sie erzählt ihre Geschichte und offenbart dabei nackte Tatsachen. Sie entkleidet sich sprichwörtlich vor ihren Lesern und offenbart einige ihrer Geheimnisse, ehrlich und direkt. Einen solch Sprachgewaltigen Schreibstil muss man mögen und sollte nicht schon allein beim Lesen peinlich berührt sein. Mit hat dies sehr gefallen, da endlich mal jemand sagt, was und wie es ihm wirklich ergangen ist. Die Leser können sich gut vorstellen was sie durchmachen musste, auch ohne selbst eine Depression jemals gehabt zu haben.
Logischerweise ist die Hauptprotagonistin Jana Seelig. Mit persönlich war sie von Anfang an sehr sympathisch. Sie war schon als Kind immer etwas anders als die meisten Gleichaltrigen, doch gerade das hat sie so Interessant gemacht. Auch später ist sie ein Mensch, der sich von so vielen anderen Unterscheidet. Sie entspricht nicht der „perfekten Norm“ und das zeigt, dass nicht alle Menschen perfekt sein können. Zwischendrin wird der Leser mit vielen weiteren Charakteren bekannt gemacht, die eine größere oder weniger große Rolle in Jana’s leben spielen und/oder gespielt haben. Der klare Fokus liegt aber auf der Erkrankten Jana.
Sie wollte immer schon anders sein als so viele andere, das merkt man gleich zu Beginn des Buches. Sie wollte immer schon gegen und nicht mit dem Strom schwimmen und sich von der Menge abheben. Sie wuchs in einem kleinen Dorf auf und zog dann später in Großstädte hinein. Lange Zeit bemerkt keiner wie schlecht es ihr eigentlich geht und ihre Freunde meinten es sei nur eine Phase. Körperliche Beschwerden, Fehltage und dauerkrank wurden bei Jana zur Normalität. Plötzlich die erschreckende Diagnose: Depression. Was sie sich vorher nicht vorstellen hätte können wurde nun wahr. Als sie auf Twitter ganz offen darüber spricht, bekommt sie von vielen Zuspruch und Bestätigung, jedoch auch negativen Kommentaren musste sie sich aussetzten. Emotional und ernst erzählt sie hier ihre Geschichte.

Jana Seelig wollte die Menschen erreichen und ihnen deutlich machen, was es bedeutet depressiv zu sein, mit diesem Buch hat sie das erreicht. Das Buch kann ich wirklich nur jedem empfehlen. Ich habe es verschlungen. Ich hoffe dass durch ihre Geschichte jeder erkennt wie ernst diese Krankheit ist. Und dafür bekommt es von mir 5 von 5 Leseeulen.
 


Vielen herzlichen Dank an den Piperverlag für die bereitstellung dieses Rezensionsexemplares.

Über Meinungen von euch freue ich mich :) ♥ 

Kommentare:

  1. Das wäre mir grad von der Thematik her viel zu düster; sowas zieht mich bei finsterkaltem Wetter zu sehr runter. Depribücher ertrage ich bei tollstem Wetter einfach am Besten. Das Buch spare ich mir also dann eher für den nächsten Frühling auf!

    LG,
    Tanja

    PS: Auch dich hat mein Drang zu Nominierungen erwischt, 'tschuldigung! ;)
    http://reading-parrot.blogspot.ch/2015/10/liebster-award-meine-angst-vor-den-ninja-turtles.html

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    1. Bin gespannt wie es dir dann gefällt :)

      Oh dann schau ich da mal vorbei :D

      Liebe Grüße
      Steffi

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